Mittwoch, 16. November 2005

Die Wochenaufgabe vom 15.11.2005

Meine erste Geschichte

Die Geschichte vom einsamen Warum

Das kleine Warum war eigentlich eine sehr interessierte, neugierige, fröhliche, gutmütige und aufgeweckte Natur. Es liebte den Kontakt zu den Menschen und war tolerant und offen jedem gegenüber. Doch die Erwachsenen interessierten sich nicht mehr für das kleine Warum, das doch so gerne überall war. Es nervte die Erwachsenen aber und so sprach keiner mehr mit ihm, niemand erklärte ihm etwas, niemand ernährte es und so kam es, dass das kleine Wesen eines Tages seine wichtigsten Dinge in einen Beutel verstaute und ging. Wohin es ging, warumwusste es nicht, einfach an einen schöneren Ort als den, wo es herkam. Dort, wo es gebraucht wird, da wollte es hin. Als es nun ein Stück seines Weges gegangen war, sah es etwas sehr Komisches vor sich herhüpfen. Das Warum blieb neugierig stehen und erkannte, dass das hüpfende Objekt ein Stein war, der sich bemühte auf die andere Seite des Weges zu kommen. Nachdem das kleine Warum das Geschehen eine Zeit lang beobachtet hatte, fragte es den Stein: „Warum machst du das?“ Der Stein guckte böse und genervt hoch und antwortete knapp: „Hast du keine Augen im Kopf, kannst nicht sehen was ich hier mache? Statt die ganze Zeit nur rum zustehen und dumme Fragen zu stellen kannst du mir lieber helfen, bevor das nächste Auto mich überfährt.“ Das kleine Warum nahm den großen schweren Stein in beide Hände und trug ihn auf die eine Seite des Weges. Der Stein aber bedankte sich nicht, sondern fing an unverständlich zu meckern. Er wolle auf die andere Seite, nun müsse er das ganze Stück noch mal zurücklegen… Das kleine Warum wusste ja aber nicht auf welche Seite der Stein wollte, denn er antwortete ihm ja nicht auf seine Frage, doch gutmütig und geduldig wie das kleine Warum war, nahm es den schweren Stein wieder auf den Arm und trug ihn auf die andere Seite. Statt sich diesmal zu bedanken musste sich das kleine Warum abermals Beschimpfungen anhören, wie dumm es doch sei und ob es überhaupt zu was nütze wäre. Noch lange hörte man den Stein böse vor sich hinnuscheln, auch als das kleine Warum nicht mehr zu sehen war. Dieses aber hatte endgültig die Erde satt und flog mit einer Rakete zu einem anderen Planeten. Auf diesem Planeten, der Edre hieß, brauchten sie das kleine Warum eigentlich auch nicht, denn die Wesen sprachen eine sehr merkwürdige Sprache. Irgendwie sprachen sie alles umgekehrt und auch die Zeit verlief rückwärts. Statt älter zu werden, wurden die Wesen immer jünger. Doch sie nahmen das kleine Warum gerne auf, denn sie fanden es witzig wie es sprach und das Muraw musste es dann immer übersetzen („ Os sad tsi muraw? “).
Doch es zog das kleine Warum zurück nach Hause, denn es hoffte auch, dass die Menschen es vielleicht mittlerweile doch vermisst hatten und so verabschiedete sich das kleine Warum, das nun auch schon ein bisschen Hcsidre konnte und flog mit seiner Rakete zurück auf seine Erde.
Das kleine Warum sah kurze Zeit nach seiner Ankunft auf der Erde ein Ding, das vor sich hinwimmerte. Irgendwie kam es dem Warum bekannt vor, aber es sah schlimm verändert aus.
Warum setzte sich zu dem Ding und fragte es, was es den hätte. Das wimmernde Etwas antwortete: „ ich bin die Antwort. Aber nicht irgendeine Antwort und eigentlich auch keine mehr. Ich bin die Antwort vom kleinen Warum und als es uns verließ brauchte man mich auch nicht mehr. Nun suche ich schon seit Monaten nach dem Warum und ich weiß nicht wo ich noch suchen soll.“
„Warum schaust du nicht auf? Warum ist mir vorher nicht aufgefallen, dass du es bist? Warum siehst du so mitgenommen aus? Warum suchst du mich? Warum das alles?...“
Die Antwort musste nicht aufschauen, um zu erkennen, wer vor ihm stand. Tat es dennoch und freute sich so sehr, dass es fast hinfiel. Dann fing es an die ganzen Fragen des Warums zu beantworten. „ Nachdem du weggegangen bist, brauchten die Erwachsenen mich auch nicht mehr. Also ging auch ich. Kurze Zeit später aber verstummten die Kinder. Sie zeigten Desinteresse und die ganze Welt um sie herum wurde grau, unfröhlich und kein Kind ist nun schlau. Die Menschen haben gemerkt, dass sie den Kindern ohne mich nichts erklären können und wollten mich zurück. Aber das funktionierte auch nicht, denn die Kinder sprachen immer noch nicht, irgendwas fehlte. Und dann fiel den Menschen ein, dass ich nicht ohne dich funktionieren kann und auch die Kinder nicht eher anfangen zu sprechen, bis sie wieder ihre liebste Frage stellen können. Zwar bist du den Erwachsenen ab und zu ganz schön auf die Nerven gegangen, aber die Kinder brauchen dich, um zu wachsen. Ja und so schickten mich die Erwachsenen los, dich zu suchen…“
Das kleine Warum war glücklich und dankbar, dass es eine so wichtige Aufgabe bekommen hatte, nun wusste es, warum es auf der Erde war, denn seine Antwort hat es ihm erklärt. Aber es gab noch so viele Dinge, die das kleine Warum wissen wollte und so nahm die Antwort das kleine Warum an die Hand und führte es zurück zu den Menschen. Den ganzen Abend hörte man wissbegierige Kinderstimmen- das kleine Warum und die Antwort waren in jedes Haus zurückgekehrt.

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